Ökologischer PC
Computer und Bildschirm / Monitor
Gefördert von der Kooperationsstelle Wissenschaft / Arbeitswelt an der TU Berlin.
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Übersicht: Wichtige Anforderungen an umweltfreundliche Computergeräte
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geringer Energieverbrauch / Energiesparmodus
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keine giftigen Schadstoffe und Schwermetalle
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langlebig durch einfache Nachrüstbarkeit, Reparatursicherheit und lange Garantiezeit
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recyclinggerechte Konstruktion: keine Verbundmaterialien, vollständig zerlegbar
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Rücknahme von Altgeräten durch den Hersteller
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Computer sind in den Industrieländern zunehmend selbstverständlicher Bestandteil in Büros und auch in privaten Haushalten. Sie erscheinen den Anwendern dabei als "saubere Technologie", da bei der Benutzung außer Strom nichts verbraucht wird. Über die Jahre hinweg werden dabei aber erhebliche Energiemengen verbraucht. Weitaus größere Umweltbelastungen entstehen jedoch bei der Herstellung und durch die Entsorgung der Geräte. Hier werden der größere Teil der Rohstoffe und Energiemengen verbraucht und giftige Umweltschadstoffe freigesetzt. Weil Computergeräte aufgrund der schnellen technischen Entwicklung einem überdurchschnittlich hohem Alterungsprozeß unterliegen und ihre Zahl rapide zunimmt, sind Umweltbelastungen durch Computergeräte von wachsender Bedeutung.
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Computer zählen mit zu den komplexesten elektronischen Geräten. Dementsprechend vielfältig sind die für die Produktion benötigten Materialien. Bis zu 4.000 verschiedene Kunststoffe, Metalle und andere Stoffe werden in den Bauteilen miteinander verbunden. Die Rohstoffe müssen dabei sehr hochwertig sein, da die Ansprüche beim Einsatz von Computergeräten groß sind. Als Materialien werden dabei häufig noch immer problematische Schadstoffe eingesetzt. Halogenhaltige Flammschutzmittel, bei deren Verbrennung giftige Dioxine freigesetzt werden können, sind bei den großen Herstellern zwar weitestgehend aus den Geräten verbannt. Die Ersatzstoffe sind allerdings nicht immer unproblematisch: Antimontrioxid ist als krebserregend eingestuft, Triphenylphosphat hat sich als Kontakt-Allergen herausgestellt, das auch in der Luft von Büroräumen nachzuweisen ist. Letztendlich ist auch PVC als Kabelummantelung problematisch.
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(Quelle: TU Berlin, Zentraleinrichtung Kooperation - Weiterbildung)
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Gebrauch
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Das World-Watch-Institut hat ausgerechnet, das alle Computer der Welt zusammen soviel Elektrizität verbrauchen wie ganz Brasilien. Damit tragen die bei der Stromerzeugung verursachten Emissionen erheblich zum Treibhauseffekt und zum Verbrauch von Energieressourcen bei.
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Entsorgung
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Allein 1998 wurden in Deutschland 110.000 Tonnen PC’s, Monitore, Kopierer, Faxe und Telefone als Elektronikschrott in diversen Containern entsorgt. Nur 15 Prozent der Geräte finden den Weg in den Recycling-Rücklauf. Neben Kunststoffen und (Schwer-) Metallen als Rohstoffe landen damit auch mehrere tausend Kilogramm Gold und Silber auf dem Müll oder in der Verbrennung! Bisher sind die Hersteller allerdings nicht zur Rücknahme ihrer Geräte verpflichtet.
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Was macht einen umweltfreundlichen Computer aus?
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Erhöhung der Lebensdauer
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Der größte Teil der Umweltbelastungen entsteht bei der Herstellung und Entsorgung eines Computers. Je länger also ein Gerät genutzt wird, desto ökologischer ist es, weil es nicht neu produziert werden muss. Dieses gerade bei Computergeräten gravierende Problem kann vor allem dadurch reduziert werden, indem ein Nachrüsten der Leistung durch den Anwender einfach und preiswert ermöglicht wird.
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Vermeidung von Schadstoffen
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Computer können ohne PVC und ohne schädliche Flammschutzmittel hergestellt werden. Sollten dennoch umweltschädliche Stoffe eingesetzt werden, so müssen diese bei der Verwertung zumindest einfach entfernt werden können.
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Energiesparende Nutzung
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In verschiedenen Energiesparzuständen kann die Leistungsaufnahme der Geräte bei Nichtbenutzung bis auf wenige Watt (< 5 W) stark reduziert werden.
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Die Geräte müssen recyclinggerecht konstruiert werden. Ziel ist es, möglichst viele Teile wiederverwenden zu können oder einem Weiterverwertungsprozeß zuführen zu können. Dieser Bereich wird zukünftig eine größere Bedeutung erlangen, da die Hersteller durch die geplante Elektroaltgeräte-Verordnung für die Entsorgung ihrer Produkte verantwortlich gemacht werden.
(Quelle: XEROX)
Wiederverwendung des Altgerätes
Geräte können auch so konstruiert werden, dass ein Teil der Bauelemente nach Prüfung in neuen Geräten eingesetzt werden können. Vorreiterfunktion hat hier ein Fotokopiererhersteller, bei dem Geräte und Komponenten weitgehend wiederverwendet werden. So bietet die Firma eine Familie von Kopierern an, die zu 80% aus wiederaufgearbeiteten Altteilen besteht. Neue Kopierer des Herstellers enthalten immerhin noch 25% gebrauchte Teile.
Stoffliche Verwertung von Einzelteilen
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Altgeräte können mit modernen Technologien immer besser demontiert und verwertet werden. Bauteile können daher, soweit sie aus reinen Stoffen hergestellt sind und leicht trennbar sind, wieder zu neuen Teilen recycelt werden. So kann z.B. der Kunststoff aus alten Computer- und Monitorgehäusen granuliert und für die Herstellung neuer Geräte verwendet werden.
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 (Quelle: Fraunhofer IZM, Berlin)
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Zerlegung des Gerätes in einzelne Stofffraktionen
Der "Rest" des Computerschrotts kann wieder in die Rohstoffproduktion (z.B. Stahl, Kunststoff, chemische Vorprodukte) einfließen.Voraussetzung dafür ist die Entfernung von Umweltschadstoffen, z.B. PVC-freie Kabel oder cadmiumfreie Bildschirmröhren. Sind alle diese Aspekte von vornherein berücksichtigt, könnten Computergeräte in Zukunft umweltverträglich in Kreisläufen verwertet werden, ohne dass dabei Abfall entsteht.
(Quelle: Vicor, Berlin)
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Worauf können Sie achten?
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... beim Kauf
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Je besser das Gerät für seine Anwendung paßt und Sie mit seiner Leistung zufrieden sind, desto länger werden Sie es behalten. Der Computer sollte also in erster Linie nach seinem angestrebten Nutzen und erst in zweiter Linie nach dem Geldbeutel ausgesucht werden. Als Faustregel gilt:
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Zum Arbeiten mit ...
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brauchen Sie ...
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Texten und kleinen Datenmengen
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nur kleinere Rechner (evtl. auch gebraucht)
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Grafiken und großen Datenmengen
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sehr leistungsstarke Computer
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Eine ausführlichere Kaufberatung bietet ein Artikel in der Computerzeitschrift "c't 22/99".
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Prüfen Sie (speziell als größere Firma), ob das Leasing eines Computers mit entsprechenden Nachrüstungsoptionen und Service nicht günstiger für Sie ist als der Kauf. Hier hat auch der Händler ein Interesse an einer längeren Nutzung.
Ob Sie ein ökologisches Gerät vor sich haben, erkennen Sie am leichtesten an einem der Prüfsiegel oder Umweltzeichen, also z.B. am "Blauen Engel". Hier können Sie sicher gehen, dass die Geräte hinsichtlich Bedienung, Energieverbrauch, Aufrüstungsmöglichkeit und Recyclingfähigkeit in jeder Hinsicht vorbildlich sind. - Einzelne Kriterien zu vergleichen ist dagegen sehr aufwendig.
Vereinbaren Sie mit Ihrem Händler bzw. dem Hersteller die Rücknahme Ihres Altgerätes. Nur so muss sich dieser in Zukunft selbständig Gedanken darüber machen, was er mit diesen Geräten macht. Und das führt dann zwangsläufig zu einer Entwicklung von ökologischeren Computern.
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... im täglichen Gebrauch
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Nutzen Sie die Energiesparfunktionen Ihres Computers. Lassen Sie ihn nach 5 Minuten auf den Stand-By-Modus und nach 10 Minuten den Schlaf-Modus umschalten. Im Laufe der Jahre können Sie so auch mehr als Hundert Mark an Stromkosten sparen!
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... bei der Entsorgung
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Noch dürfen Elektroaltgeräte zwar über den Hausmüll entsorgt werden, sie können dann aber nicht verwertet werden und belasten die Umwelt z.B. bei der Müllverbrennung sehr stark. Deshalb gibt es seit mehreren Jahren kommunale Angebote, kleine Firmen und gemeinnützige Einrichtungen, bei denen denen die Rückgabe von Altgeräten möglich ist. Auch der Handel und die Hersteller sind teilweise zur Rücknahme bereit. Als Orientierungshilfe bietet hier die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen einen Entsorgungswegweiser Elektronikschrott an (Word-Dokument, 71 KB). Derzeit müssen Sie dafür meistens noch ein Entgelt bezahlen (Ausnahmen machen da bisher nur einige Anbieter z.B. Compaq). Erst mit der Verabschiedung der Elektronikschrottverordnung sollen die Kosten wie beim "Grünen Punkt" von den Herstellern übernommen werden.
(Quelle: VICOR, Berlin 1999)
Was in Firmen schnell als veraltet gilt und schon nach wenigen Jahren ersetzt wird, ist noch lange nicht unbrauchbar, sondern funktioniert einwandfrei. Überlegen sie sich, ob Ihr Altgerät als Spende nicht noch an anderer Stelle von Nutzen sein kann. Gemeinnützige Einrichtungen - etwa Schulen, Selbsthilfegruppen oder Vereine - freuen sich angesichts knapper öffentlicher Mittel über jede Sachspende.
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Unser Service für Sie
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Fachbegriffe
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Fachbegriffe Computer und Umwelt
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Rechtsquellen und Normen
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Gesetze und Verordnungen:
- in Vorbereitung:
Elektroaltgeräte-Verordnung (EAV)
- in Vorbereitung:
EU-Richtlinie für Elektro-Altgeräte
Normen und Richtlinien:
- VDI Richtlinie 2243 "Konstruieren recyclinggerechter technischer Produkte"
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Literaturtipps
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Zum Einlesen: Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) (Hrg.): Ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen? - Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Bürocomputerwelt Handlungshilfe für Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte, 1997 Bestelladresse: HBV, Umweltberatung, Kanzlerstr. 8, 40472 Düsseldorf (5,- DM zzgl. Porto) Ortrud Rubelt/Iris Löhrmann (Hrg.): Ökologischer Lebensraum Büro - das Buch zu den Filmen Medienpaket mit Filmen, TU Berlin, Berlin 1999. Bestelladresse: Bundesverband für Umweltberatung, Richard-Wagner-Straße 11-13, 28209 Bremen, Tel.: (0421) 34 34 00, (DM 45,-) Auch hier bei Ökoline in der Mediathek zu sehen: "Ökologischer Lebensraum Büro - Eine multimediale Präsentation von Filmen, Tondokumenten, Texten, Fotos und Grafiken"
Umweltbundesamt (Hrg.): Umweltfreundliche Beschaffung - Handbuch zur Berücksichtigung des Umweltschutzes in der öffentlichen Verwaltung und im Einkauf 4. Auflage, Verlag Franz Vahlen, München, Berlin 1999, (DM 48,-)
Zum Vertiefen: RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V: Blauer Engel - Produktanforderungen Zeichenanwender und Produkte Sankt Augustin 1999 Bestelladresse: Umweltbundesamt -ZAD- , Bismarckplatz 1, 14193 Berlin (kostenlos)
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